Hobbys in der Bewerbung – Welche sollen rein?

Hobbys in der Bewerbung sind immer ein sehr schönes Thema zum streiten. Erstens wäre zu klären, dass immer noch viele Leute durch einen sehr guten Englischunterricht „Hobbies“ statt „Hobbys“ schreiben, auch wenn das Wort „Hobby“ als eingedeutschte Version im engeren Sinne nicht mehr in die englische Mehrzahl gesetzt werden muss, sondern als Lehnwort die deutsche Pluralversion bekommt also korrekterweise „Hobbys“ heißt.

Also Merke #1: Es heißt korrekt Hobbys

So, weiter im Text. Müssen Hobbys nun unbedingt rein? Nö. In einer Bewerbung MUSS schon mal gar nichts. Hobbys können aber einen sinnvollen Effekt bringen. Sie machen neben den nüchternen Informationen des Lebenslaufs den zukünftigen Mitarbeiter in der Bewerbung einen Tick menschlicher und persönlicher.

Wer Hobbys hat, ist eben interessanter und vielseitiger als eine graue Büromaus oder der Workaholic, der neben der Arbeit nichts kennt. Soweit so gut.

Was aber wenn ich keine tollen Hobbys habe?

Wer als Hobbys nur Lesen, Sport, Musik nennen kann erzeugt das Gegenteil beim Leser. Denn: Da ist wirklich nichts persönliches oder individuelles dran. Allerdings wird auch aus langweiligen Hobbys schnell etwas interessantes, wenn man dazu etwas ausführlicher beleuchtet, was man da genau macht. Lesen (Historische Romane und Krimis), Sport (Langlauf, Biathlon, Tauchen), Musik (Kirchenorgel, Cembalo, Piano)

Im Zweifel kann man auch die Hobbys weglassen, wenn man unsicher ist. Gegebenenfalls wird man dann im Vorstellungsgespräch gefragt. eine andere Frage taucht auch immer wieder auf:

Was wenn meine Hobbys gefährlich sind?

In Manchen Ratgebern liest man, dass es nicht klug ist, auf riskante Hobbys wie Skifahren, Skateboarden oder Basejumping hinzuweisen, da hier der Chef denken könnte, dass man ständig krank ist oder verletzt. Das ist natürlich ein Aspekt, aber je nach Beruf sind so riskante Sportarten wiederum ein Signal für Entschlossenheit, Mut, Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen. Also wie immer Ansichtssache. Wenn es berufsspezifisch Hobbys gibt, die gut ankommen, stellt sich manchem Schlingel die Frage:

Hobbys erfinden im Lebenslauf?

Bitte nicht. Erstens ist Lügen nicht schön und zweitens fliegt das eh irgendwann auf. Manchmal wird es sogar richtig peinlich. Wenn hoffnungsvolle Talente  – beispielsweise im Bereich Investment-Banking – plötzlich meinen, Sie müssten trotz jugendlichen Alters von – beispielsweise 22 Jahren – Hobbyws nachweisen, die vermeintlich gut in jenen Kreisen ankommen, zu denen sie gehören möchten. Da schmunzelt der Personaler kurz vor dem Griff zum Schredder, wenn er liest: Gustav Antoine Meier, BWL-Absolvent an einer privaten Hochschule mit den Hobbys: Golf, Segeln, Fernreisen, Brokering.

Fazit: Wer interessante Hobbys hat, kann diese getrost in seine Bewerbung reinschreiben und sich so umfassender präsentieren. Wer außer Facebook, chillen und WoW zocken nichts im Angebot hat, sollte lieber ruhig bleiben.

Ehrenamtliches Engagement im Lebenslauf

Übrigens: die Königsklasse st natürlich das Ehrenamt oder soziales Engagement. Wer nicht nur Fußball schaut, sondern eventuell eine Jugendmannschaft trainiert, wer sich aktiv für ein soziales Projekt engagiert oder dauerhaft einem gesellschaftspolitisch relevanten Verband mitwirkt, kann auf jeden Fall mit Bonuspunkten rechnen. Aber auch da ist Vorsicht geboten: Denn die ehrgeizige Absolventin, die nur für drei Monate nach Guatemala ins Waisenhaus geht, weil es sich im Lebenslauf gut macht, wird schnell entlarvt.

 

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