Das Leben, die Liebe, Was aktuelle Werbetrends über die BeWERBUNG verraten

So wie man sich viel Positives von der Werbung für die eigene Bewerbung abgucken kann, ebenso macht sie auch Dinge falsch, die wir besser vermeiden sollten. Gemeint ist dabei die:

Abnutzung von guten Werbeideen durch übertriebenen Einsatz

Ich habe beobachtet, dass Mc Donalds vor mittlerweile ziemlich langer Zeit seine nationalen Claims durch den internationalen Slogan „Ich liebe es“ ersetzt hat . Dann also auf englisch: „I´m loving it“. Frei nach dem Motto: „I don´t like Reggea, – I love it.“  Der Franzose sagt dann schetusskeschemm….Soweit eine schöne Idee. Was ist NOCH emotionaler als Liebe? Nichts, oder? Eine fuchsige Werbefirma aus Unterhaching hat das damals entwickelt. Chapeau.

Wir wollen nicht nur Liebe, wir wollen dein ganzes LEBEN

Andere sprangen auf den Trend auf und bald gab es ganz viel Liebe. „We love to entertain you“ (Pro7) oder Edeka mit „Wir lieben Lebensmittel“. Auch eine Airline liebt Fliegen. (Condor schützt offenbar auch Insekten durch den Einsatz der Slogans) Na gut. Geht also immer. Manch andere greifen nach noch höheren Zielen und wollen gleich das ganze LEBEN ihrer Mitarbeiter auf das Unternehmen einschwören.
Opel trumpft als berühmtestes Beispiel mit „Wir leben Autos“ auf. Kann man natürlich mit einem „noch“ sehr schnell ergänzen und in eine andere Richtung lenken. „Opel lebt!“ stand bei einer Kundgebung in Bochum kurz vor Werkschließung auf einem der Plakate. Sogar kleinste Unternehmen haben den Trend erkannt und springen auf. Beispiel: Das Mütterzentrum Leipzig e.V. gab sich kürzlich den Slogan „Wir leben Familie“. Spontan würde man sich dann auch von der Kirche einen Slogan wie „Wir leben Nächstenliebe“ wünschen. – Aber das führt dann doch zu weit.

Wir leben Bewerbung. Oder? – Ein Warnhinweis!

Was heißt das aber nun konkret für meine Bewerbung? Dieser Beitrag ist eine Warnung davor, jedem Trend aufzuspringen, der die runde macht. Denn so schön ein Slogan, ein Design oder eine Textphrase sein kann, umso deutlicher zeugt es von mangelnder Individualität, wenn es bereits zum Massentrend geworden ist.
Persönlichkeit ist Trumpf. Individualität ist King. Es gab mal einen Trend von Bewerbungshomepages, aktuell einen von Slideshows, früher galt es als trendy und ultra-chic, seine Bewerbung unbedingt auch optisch aufzupeppen. Sei es nun mit einem Frosch oder einer Blume oder einem extravaganten Muster. Mittlerweile erntet man dafür Mitleid oder Lacher.

Man kann sich den Spaß machen und bei Google ein „Wir leben…“ mit einem beliebigen Produkt oder Werkstoff ergänzen. Es gibt zu fast jedem Begriff irgendeine Firma, die das für sich beansprucht. Welchen Wert hat das dann noch. Wieviel Individualität bietet das? Wo bleibt da das Alleinstellungsmerkmal?

Also: Bitte nicht alles abkupfern. Gehirn einschalten und immer schön du selbst bleiben.

Jobinspektor – Wir leben Bewerbungen.. klingt garnicht mal so übel.