Bewerbung für Absolventen – Immer locker bleiben, Leute

Es ist schon verrückt. beschleunigtes Abi, verkürzte Studienzeiten durch Bachleor und Mastersystem und Studenten unter Druck: Absolventen haben im Studium oft eingetrichtert bekommen: Die Top-Arbeitgeber suchen nur Top-Leute, High Potentials, mit überdurchschnittlichen Ergebnissen und Forschung und Ausland und mehrsprachig und jung und startklar für die Chefetagen der Nation. So ein Bullshit!

Uni-Absolventen schätzen sich selbst bei der Bewerbung falsch ein

Das Resultat: Die Studenten gehen oft mit völlig falschen Arbeitsmarkteinschätzungen von der Uni ab und schätzen auch ihren eigenen Stand völlig falsch ein. Dann wird in Panik auf jede Anzeige, die nach jungen dynamischen Talenten mit überdurchschnittlichem Abschluss fabuliert sofort am nächsten Tag geantwortet, Assessement-Bücher gewälzt, eine Bewerbungsmappe mit 243.000 Anlagen fertig gestellt, damit auch jedes Praktikum und jede ehrenamtliche Tätigkeit zu Geltung kommt… Und dann: Absagen. Warum?

Bewerbungen sollten gezielt angefertigt werden

Nun: Es gibt eben 2000 Passagiere für 10 Rettungsboote. Die großen Potenzialsucher, also große Banken, Autohersteller, DAX -Unternehmen an sich und sow weiter wollen natürlch ihre Position ausnutzen und die besten Werkstudenten, Praktikanten, Trainees und Einsteiger abgrasen, die unser Land hervorbringt. Soweit so legitim. Aber was ist mit denen, die auf dem sinkenden Schiff ausharren? Ersaufen, wie junge Kätzchen? Nö.

Jeder Absolvent kann sich erfolgreich bewerben

Auf jeden Topf passt ein Deckel. Das Sprichwort ist so doof, wie richtig. Besonders auf dem Arbeitsmarkt sollten Absolventen nicht nur nach den am hellsten leuchtenden Sternen schauen, sondern vielmehr nach einem passenden Platz suchen. Das kann das mittelständische Unternehmen um die Ecke sein, die eigene Selbstständigkeit, ein Quereinstieg irgendwo oder oder oder…
Wer in einem Anschreiben beispielsweise das mittelständische Traditionsunternehmen wegen seiner regionalen Verankerung lobt und deren Sortiment schätzt, hat bessere Karten, als jemand, der nur auf Leistungsschau setzt. Einser Abi, Bachelor in Hamburg, Master in Paris, Praktika bei KPMG, Procter & Gamble, Siemens oder der Deutschen Bank werden ergänzt durch soziales Engagement im Tierheim und der Gewinn von „Jugend forscht“. Alles toll.

Genauso gut geht´s aber auch mit normalem Lebenslauf, individuellem Charme und der Auswahl des richtigen Arbeitgebers. Also: Locker bleiben, Leute.

2 comments

  • Simon

    Recht wichtig ist nach meiner bisherigen Erfahrung erst einmal eine formelle Richtigkeit, sprich alles gut leserlich und keine Fehler. Erst dann wird der Inhalt interessant und da ist es wesentlich besser authentisch zu wirken als perfekt. Je weiter man versucht letzteres zu erreichen umso unauthentischer wird man, denn schließlich gibt es nicht den perfekten Menschen und selbst wenn würde ich ihn nicht in meinem Unternehmen haben wollen. Ich denke, aus diesem Grund ist es auch wichtig, eine Bewerbung welche man von einem Bewerbungsservice optimieren oder schreiben lassen hat, persönlich nochmal ein wenig zu bearbeiten. Authenzität macht viel aus und wenn nicht, dann ist man sowieso falsch.

    • jobinspektor

      Ja,es sollte natürlich fehlerfrei und optisch gut zugänglich sein.Zum Thema Authentizität:Es kommt drauf an… Achselhaare sind auch authentisch, aber nicht immer erwünscht.:-) Aber im Ernst: Perfekt heißt nicht aalglatt, sondern vielmehr perfekt zugeschnitten oder kurz: Eine perfekte Bewerbung funktioniert einfach.

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